Hedwig Wahle

HEDWIG WAR KLUG UND HATTE EIN GROSSES HERZ

Ich erinnere mich lebhaft an Gespräche mit Sr. Hedwig, besonders zur Zeit, als sie das ICCJ Education Committee leitete. Sie sagte mir oft, dass ihre eigene Lebenserfahrung sie höchst sensitiv besonders auf dem Gebiet des Denkens und Umdenkens machte.
Aber mit Hedwig konnte man auch viel Spass haben. Ich war einige Male in Wien zu Veranstaltungen der „Aktion gegen den Antisemitismus“, der damaligen Mitgliedsorganisation des Internationalen Rats der Christen und Juden ICCJ. Der damalige Vorsitzende war vehement uneinig mit ihr. Er sagte, dass man „gegen“ etwas sein und das bezeugen muss, nicht „für“ etwas. Das klinge ja wie Mutterliebe oder Sorge um misshandelte Kinder oder wie Werbung für Apple Pie. Hedwig nahm den Kampf um den Titel der Organisation auf, indem sie sagte sie sei „gegen“ festgefahrene Vorstellungen, was der Herr ein wenig übel nahm.mehr …

Hedwig Wahle DAS GEMEINSAME ERBE

Miteinander zum Zeugnis berufen: Als bessere Juden und als bessere Christen der Herrschaft Gottes entgegen gehen

Besonders in Deutschland und England haben wahre Dialoge zwischen Christen, Juden und Muslimen begonnen. Heute weitet sich der Dialog immer mehr aus und schließt den Dialog mit den orthodoxen Kirchen und mit den Christen in Afrika mit ein. Das wurde nur möglich, weil der Dialog zwischen Christen und Juden ein gewisses Niveau gegenseitigen Verständnisses erreicht hat, der jetzt den Platz auch für andere Partner lässt.mehr …

Hedwig Wahle DAS I.D.C.I.V.

Entstehen und Wirken des Informationszentrums im Dienst der christlich-jüdischen Verständigungmehr …

Edgar Josef Korherr SR. MAG.DR. HEDWIG (ANNA) WAHLE N.D.S. (1931–2001)

Am 23. August 2001 gab Sr. Mag. Dr. Hedwig Wahle ihr Leben zurück in die Hände ihres Schöpfers.
Sie war eine der Mitautorinnen der Arbeitsbücher Religion für die 5.- 8. Schulstufe1) die seit rund zwei Jahrzehnten an österreichischen Schulen einige Neubearbeitungen und eine Reihe von Auflagen erlebten und auch eine Übersetzung in das Slowenische2) erfahren haben. Diese Arbeitsbücher wurden auf der Grundlage des Wiener Arbeitsplanes für die Sekundarstufe I 3) entwickelt. Der Plan baute auf den entwicklungspsychischen Gegebenheiten der 10 bis 14-Jährigen auf und war der erste Lehrplan in Österreich, der den erst zwei Jahrzehnte später in Österreich offiziell gewordenen Terminus Sekundarstufe gebrauchte. Sr. Hedwig bearbeitete für alle Schuljahre die alttestamentlichen Kapitel, die deutlich ihre Handschrift tragen. Intensiv beteiligt war sie auch an den Kapiteln über das Judentum und das Neue Testament.
Ihre großen judaistischen Kenntnisse führten auch dazu, dass die Interdiözesanen Lehrbuchkonferenzen (I.L.K.) sie als Begutachterin – v.a. hinsichtlich der Gehalte, die den christlich-jüdischen Dialog betreffen - bei vielen Religionsbuchentwürfen4) heranzogen.
Im Rahmen des von Kardinal König gegründeten Koordinierungsausschusses für christlich–jüdische Zusammenarbeit5) hatte sie schon ab etwa 1965 zusammen mit namhaften Fachleuten mitgearbeitet am ersten Memorandum im deutschen Sprachraum über die Darstellung des Judentums in der christlichen Katechese.6)mehr …

Mayr, Barbara SR. HEDWIG WAHLE PIONIERIN IM CHRISTLICH-JÜDISCHEN DIALOG

Seminararbeit zum Seminar „Rebellinnen, Reformerinnen, Pionierinnen: Ungewöhnliche Frauen in der Kirchengeschichte“ am Institut für Kirchengeschichte und Kirchliche Zeitgeschichte, Karl-Franzens Universität Graz, WS 2001/ 2002


INHALTSVERZEICHNIS
Einleitung
1. Biographisches zu Sr. Hedwig Wahle
1.1. Kindheit, Jugend in England
1.2. Studium in Österreich
1.3. Eintritt in den Orden der Wiener Kongregation der Sionsschwestern
2. Engagement im christlich-jüdschen Dialog
2.1. International Jewish-Christian Documentation Service (SIDIC) und Informationszentrum im Dienst der christlich-jüdischen Zusammenarbeit (IDCIV)
2.2. Gründerin der Zeitschrift Dialog-Du Siach
3. Andere Aufgaben und Publikationen
4. Stimmen zur Persönlichkeit Sr. Hedwig Wahle
5. Schlusswort
Bibliographie Quellen- und Literaturverzeichnis Anmerkungen
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SR. HEDWIG WAHLE (1931–2001) In memoriam: Eine Pionierin des Dialogs


Die Seelen der Gerechten sind in Gottes Hand, und keine Qual kann sie berühren. In den Augen der Toren sind sie gestorben, ihr Heimgang gilt als Unglück, sie aber sind in Frieden. In den Augen der Menschen wurden sie gestraft, doch ihre Hoffnung ist voll Unsterblichkeit.
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WIR HATTEN EINE WUNDERBARE ZUSAMMENARBEIT

Erinnerung an Sr. Hedwig Wahle

Ich lernte Sr. Hedwig in den Vorlesungen von Prof. Schubert kennen. Ich erfuhr, dass sie Mitglied in der Kongregation Notre Dame de Sion war. Vor allem mit meiner Frau hat sie Bekanntschaft geschlossen und sie war einige Male bei uns am Freitag Abend zum Schabbat zu Besuch. Am Gymnasium unterrichtete sie Mathematik und Physik. Die Bedingung für eine Anstellung beim Stadtschulrat war, dass sie Zivilkleidung trug.
Sr. Hedwig lud monatlich zu Vorträgen in der Burggasse ein. Ich bewunderte ihr Organisationstalent, denn Sie plante immer ein Jahr voraus und es gelang ihr, die interessantesten Leute von Nah und Fern einzuladen. Auch meine Frau und ich durften bei diesen Vorträgen einmal sprechen. Die Reden wurden auf Tonband aufgenommen und dann in kleinen Textheftchen veröffentlicht, die es heute noch gibt.
1985 gab es eine Tagung zum Judentum im katholischen und evangelischen Religionsunterricht. Später hatte Sr. Hedwig die Idee, abwechselnd zur Bibelwoche in Graz-Mariatrost alle zwei Jahre eine Wochenendtagung im Haus St. Bernhard in Wiener Neustadt zu veranstalten. Ziel der Seminare und ihres ganzen Bemühens war es, einem christlichen Publikum das Judentum nahe zu bringen. 1989 und 1991 habe auch ich dort über unsere Gebete referiert.mehr …

ICH WURDE VON IHR LIEBEVOLLST AUFGENOMMEN

Astrid Ingruber erinnert sich an Sr. Hedwig Wahle 

Mit tiefer Betroffenheit habe ich die Nachricht vom Tod Sr. Dr. Hedwig Wahles aufgenommen. Ich wusste von ihrer schweren Krankheit, dass es ihr seit Monaten sehr schlecht ging und dennoch kam die Mitteilung plötzlich. Im August vor einem Jahr hatte sie mich das letzte Mal besucht und ich hatte aufrichtige Achtung vor ihrem Mut, ihrer Stärke und Zuversicht, mit der sie gegen ihr Leiden kämpfte. Sr. Hedwig war noch voll Hoffnung, Optimismus und Tatkraft. Eigenschaften, die ihr ganzes Leben auszeichneten, was ich auch durch die Arbeit mit ihr immer wieder erfuhr.

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"SIEHE, ICH HABE DIR GEBOTEN, DASS DU GETROST UND FREUDIG SEIST" (JOS. 1,9)

Ulrich Trinks erinnert sich an Sr. Hedwig Wahle

Beim Nachdenken zur Erinnerung an Schwester Dr. Hedwig Wahle ist mir das Zitat aus dem Josua-Buch immer wieder in die Quere gekommen – mit diesem Zuspruch bin ich 1945 konfirmiert worden. Auch alles, was ich an Erlebnissen mit Schwester Hedwig in meinem Gedächtnis wiederfinde, mündet in dieser Zusage, ganz abgesehen davon, dass dieser Text Josua in der Nacht vor dem Übergang über den Jordan ermutigen sollte. Auch aus ihrem geschichtlichen Zusammenhang gelöst bleibt diese Zusage wirksam, weil sie in unüberholbarer Weise beide Elemente der Gottesbeziehung enthält: Das Gebot – Tora – und die feste Zukunftshoffnung.
Im Zusammenhang mit meiner Übersiedlung von Graz nach Wien zur Beteiligung am Aufbau des Albert-Schweitzer-Hauses im Jänner 1962 trat ich auch in den Kreis des Christlich-Jüdischen Koordinierungsausschusses ein, dessen damaliges evangelisches Präsidiumsmitglied Univ.Prof. DDr. Wilhelm Dantine war. Der Ausschuss war ein offener Gesprächskreis, der sich zu interessanten Vorträgen unter der sachkundigen Leitung von Univ.Prof. Dr. Kurt Schubert regelmäßig in den Räumen des Katholischen Akademikerverbandes traf. Mein Interesse an diesem Themenbereich war schon Jahre vorher auch aus biografischen Gründen geweckt und konnte nun fast in der Art eines Lehrhauses fortgesetzt werden. Wenige Jahre später trat ich auch der Aktion gegen den Antisemitismus bei und wurde zunächst als Stellvertreter und dann Nachfolger von Frau Lucie Begov Generalsekretär dieser Einrichtung.mehr …

REMEMBERING SR. HEDWIG WAHLE (1931–2001)

Obituary by Sr. Mary Kelly nds. at the requiem of Sr. Hedwig on 30. August 2001

We have come together to give thanks for the life of Sr. Hedwig and to pay tribute to her. As small children Hedwig and her brother had to leave home and parents to find safety through the kindertransport in England as, although the immediate family was Catholic, their grandparents were Jewish. The Nazi laws marked them out for extermination and Hedwig soon found herself in the care of the Sisters of Sion here in Bayswater – so her early roots are in this neighbourhood. After university in Vienna she entered the novitiate of the Sisters of Sion, in Paris.mehr …

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