Für christliche Gemeinden

Tag des Judentums

Israelsonntag

Wanderausstellung

ReferentInnenvermittlung

Aufarbeitung

Fürbitten

Israelsonntag – 10. Sonntag nach Trinitatis
In den letzten Jahrzehnten hat sich der Charakter des Israelsonntags stark verändert. Während jahrhundertelang die Themen „Tempelzerstörung“ und „Jesus weint über Jerusalem“ (Lk 19,41-48) im Zentrum des Gottesdienstes standen und zunehmend antijüdisch ausgelegt wurden, haben das tiefe Erschrecken über die Schuld und Abgründe insbesondere während des Nationalsozialismus nach 1945 zu einer Neubesinnung innerhalb der Kirche geführt: Christinnen und Christen begannen neu über die Grundlagen ihres Glaubens nachzudenken und die Verwurzelung in der jüdischen Tradition wiederzuentdecken.
Wesentlich auch durch den wiederbelebten christlich-jüdischen Dialog beeinflusst, steht inzwischen immer stärker die Neubestimmung des christlich-jüdischen Verhältnisses und die Betonung der Gemeinsamkeiten im Zentrum des Israelsonntags. Dazu wurden gute Vorschläge gemacht und praktische Arbeitshilfen und Liturgieentwürfe vorgelegt, wie der Israelsonntag bewusst gestaltet werden kann.

Arbeitshilfen, Predigtmeditationen und Liturgievorschläge
Jährlich erscheinen die folgenden Arbeitshilfen. Sie stehen jeweils rechtzeitig vor dem Israelsonntag online zum Download bereit:
Ev.-luth. Landeskirche Hannovers/Evangelische Kirche im Rheinland/Ev.-luth. Kirche in Norddeutschland (Nordkirche)/BCJ Bayern (Hg.): Arbeitshilfe zum Israelsonntag: HkD: Arbeitshilfe Israelsonntag
Diese Broschüre erhalten alle Gemeinden im Bereich der Ev.-luth. Landeskirche Hannovers im Jahr 2016 kostenfrei zugesandt. Sie können diese Arbeitshilfe und alle weiteren Materialien zum Thema Israelsonntag im Ordner der Arbeitshilfe abheften und haben sie so immer griffbereit zur Hand!

Evangelische Landeskirche in Württemberg: Arbeitsgemeinschaft „Wege zum Verständnis des Judentums“ (AG Wege) (Hg.): AG Wege: Arbeitshilfe zum Israelsonntag und 9. November
Aktion Sühnezeichen/Friedensdienste (Hg.): ASF: Israelsonntag bzw. ASF: Predigthilfen
„Drum immer weg mit ihnen!"
Luthers Sündenfall gegenüber den Juden

Eine Ausstellung für Kirchengemeinden in 12 Rollups
Diese Ausstellung setzt sich mit einer dunklen Seite des Reformators Martin Luther auseinander: Sie zeigt Luthers ambivalente, intolerante, ja aggressive Haltung gegenüber dem Judentum seiner Zeit. Auch werden die kirchliche Vorgeschichte dieser Haltung und die Rezeption des lutherischen Antijudaismus im Dritten Reich aufgezeigt. Zuletzt wird die Frage nach den Konsequenzen für heute gestellt.
In ihrer Kirchenverfassung bekennen die evangelischen Kirchen A. und H.B. in Österreich „die bleibende Erwählung Israels als Gottes Volk und wissen sich durch ihren Herrn Jesus Christus hineingenommen in die Heilsgeschichte Gottes." Heute wissen sie sich „verpflichtet, Lehre, Predigt, Unterricht, Liturgie und Praxis der Kirche auf Antisemitismen zu überprüfen und auch über ihre Medien Vorurteilen entgegenzutreten." So erklärte die Generalsynode A. und HB. 1998: „Uns evangelische Christen belasten in diesem Zusammenhang die Spätschriften Luthers und ihre Forderung nach Vertreibung und Verfolgung der Juden. Wir verwerfen den Inhalt dieser Schriften."

Die Ausstellung umfasst 12 Rollups im Format 85 mal 215 Zentimeter. Sie können freistehend aufgestellt werden.
Der Verleih der Ausstellung ist kostenlos. Die Versandkosten sind von der Gemeinde zu tragen.

Wir freuen uns auf Ihre Kontaktaufnahme unter:
+43 1 4797376 und
Wir unterstützen Sie auch bei der Gestaltung eines Rahmenprogramms zur Ausstellung und bei der Vermittlung von Referentinnen und Referenten.
Sie möchten Ihrer Gemeinde das Judentum anschaulich und lebendig vermitteln, am besten mit einer jüdischen Expertin oder einem jüdischen Experten? Unser Netz von Kontakten ist über sechs Jahrzehnte hinweg gewachsen - wir helfen Ihnen, zu jedem Themenbereich eine passende Ansprechperson aus der jüdischen Gemeinde und/oder der wissenschaftlichen Community zu finden. So kann Ihre Gemeinde:
• Mehr über das lebendige Judentum in Österreich erfahren
• Über die Beziehung und den Dialog zwischen Christentum und Judentum reflektieren
• In der Begegnung Vorurteile abbauen
• Mehr über die Wurzel ihres christlichen Glaubens herausfinden
• Etc.

Für jüdische Gemeinden
Die Kirchen, allen voran die katholische und evangelischen, haben in den letzten Jahrzehnten einen drastischen Wandel in ihrer Einstellung zum Judentum vollzogen. Antisemitismus wurde zur Sünde erklärt und Judenmission verboten. Auch wenn es vordergründig so scheint, als wüsste man schon alles über die Mehrheit um einen herum, bietet das Christentum spannende Themenfelder. Wir finden Referent_innen für Ihre Gemeinde, wenn Sie mehr über folgende Themen wissen möchten:
• Der Wandel der Kirchen seit der Schoah
• Wechselseitige Beeinflussung von Christentum und Judentum in den ersten Jahrhunderten n.d.Z.
• Die Geschichte des christlich-jüdischen Dialogs
• Jüdische Rezeptionen christlicher Themen
• Etc.
Ende 2016 erwähnte der Präsident des ICCJ, Philipp Cunningham, dass in seiner Pfarre die jüdischen Feiertage immer zum Anlass genommen werden, eine Fürbitte für das Wohlergehen der jüdischen Gemeinde auszusprechen. Dabei solle es nicht um ein Beten zur Bekehrung der Juden gehen, sondern darum, über die jüdischen Feiertage zu lernen und des jüdischen Lebens bewusst zu werden. Davon ließ sich der Diözesanbeauftragte für christlich-jüdische Beziehungen, Ferenc Simon, inspirieren. In Zusammenarbeit mit dem übrigen Vorstand des Koordinierungsausschusses formulierte er Fürbitten und Erläuterungen, die sich wie ein Lauffeuer über Facebook verbreiteten. Es begann zu Channukkah, das in 2016 genau auf Weihnachten fiel, und ging mit Pessach und Schawuot weiter. Wir möchten alle christlichen Gemeinden herzlich einladen, sich der Fürbitte anzuschließen und sie in den Gottesdienst aufzunehmen.

Mitglied werden